„Fröhliche Weihnacht überall!“

Als Kind war für mich in der Adventszeit, neben Plätzchen backen und Punsch trinken, das Schönste, jeden Tag aufs Neue aus Mamas selbstgemachten Päckchenadventslkalender eine kleine Überraschung auspacken zu dürfen. Ich habe es geliebt! Das Bild der Schnur, mit den viel Päckchen über unserem Sofa, werde ich nie vergessen.

Genau dieses Gefühl von vorfreudiger Spannung wollte ich meinen Kindern dieses Jahr auch geben!

Meine Idee dahinter war es, allen Kindern, die über die Sommerferien im Projekt bleiben einen Mobileadventskalender zu machen. Die Kinder bekommen jeden Tag ein neues Motiv, welches wir gemeinsam mit ihnen, an die Grundgerüste der Mobiles, über ihren Betten hängen. So haben die Kinder einen Adventkalender, was in Bolivien nicht wirklich populär ist, und haben am 24. Dezember ein eigenes Mobile über ihrem Bett hängen, welches sie jeden Abend vor dem Einschlafen anschauen und beobachten können!

Da keines meiner Kinder blind ist, ist das Sehen, neben dem Hören, der Sinn, mit dem man alle abholen kann. Beobachten, Staunen, nachvollziehen von Bewegungen, aber auch gleichzeitig Vorfreude, Glück und Zufriedenheit, das möchte ich ihnen mit meinen kleinem Projekt schenken.

Nachdem ich meine Idee mit meinen Tías, der Doctora und meinen Mitfreiwilligen besprochen hatte, setzten wir drei Freiwilligen uns noch einmal hin, planten alles genau durch und verteilten die auszuschneidenden Motive untereinander. Tatsächlich dachte ich am Anfang ich würde das für alle 47 Kinder alleine schaukeln können, doch 1128 Motive, plus 47 Grundgerüste waren unfassbar viel Arbeit und haben mich, obwohl ich dann letzten Endes nur ein Drittel der Arbeit hatte, viel Zeit und Nerven gekostet.

Doch es hat sich gelohnt! Die Reaktionen der Eltern und Kinder, die über die Ferien zu Hause sind, und von uns ein fertig gebasteltes Mobile als Weihnachtsgeschenk bekommen haben, waren für uns drei schon die erste Belohnung. Doch die Reaktionen der anderen Kinder auf ihr stetig wachsendes Mobile über ihrem Bett, die Fragen, was für ein Motiv es heute ist und wann wir es endlich aufhängen, ihr Lachen abends im Bett, wenn man die Mobiles anpustet, ihre staunenden Blicke, all das ist wunderschön zu sehen und bestätigt mich in meiner Idee.

Es ist zwar kein Päckchenadventskalender, wie ich ihn in meiner Kindheit immer hatte, aber die Freude und das Strahlen über beide Backen ist genau das Selbe, wie bei mir damals.

 

Ich wünsche euch allen eine schöne, besinnliche und ruhige Adventszeit und fröhliche und funkelnde Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! ❤

Liebe Grüße, eure Vera.

P.S.: Gerade gestalten wir, im Deutsch-Bolivianischen-Zentrum, einen Weihnachtmarkt mit, auf welchem wir selbstgemachte Handarbeiten unserer Projekte verkaufen, um damit Geld sammeln zu können. Doch neben typisch deutschem Essen und ein paar deutschen Büchern dominiert der bolivianische Weihnachtskitsch, welcher sich seit ca. zwei Wochen in der ganzen Stadt ausbreitet. Obwohl es nicht wirklich meinen Geschmack trifft, habe ich mich trotzdem, wie ein kleines Kind über Lichterketten auf der Straße und in den Schaufenstern gefreut, denn so bemerkt man auch hier so langsam, das bald Weihnachten ist.

 

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