Meine Geschichte über die unendliche Stadt

Jetzt bin ich schon zehn Wochen in Bolivien. Zeit, die mir am Anfang wie eine Ewigkeit vorkam, doch die letzten Wochen vergingen wie im Flug. Viele neue Eindrücke, eine neue Sprache, einen Arbeitsalltag, einen eigenen Haushalt und Anfang November mein erster Urlaub.

Am Freitagabend ging es mit dem Bus und vier weiteren Freiwilligen (Jula, Emily, Jan und Freddy) über Nacht in die unendliche Stadt auf 4000m. Ja genau, ich rede von La Paz. Wenn ich in Deutschland erzählt habe, dass ich meinen Freiwilligendienst in der Hauptstadt mache, war die häufigste Antwort „Ah, in La Paz.“.  Nein, Sucre ist die Hauptstadt, in La Paz ist ausschließlich der Regierungssitz. Diesen haben wir uns, neben dem Hexenmarkt, einigen Plätzen und Kirchen, auch gleich am Samstag angeschaut. Auf dem Hexenmarkt bekommt man neben Liebestränken und Kapseln für die absurdesten Dinge, auch tote Lamaföten, was total abgefahren ist und auch entsprechend riecht.

Was mir sofort extrem aufgefallen sind, waren die vielen Schuhputzer. In Sucre habe ich bisher wirklich nur vier Schuhputzer gesehen und auch keiner hat eine Maske getragen, um seine Persönlichkeit zu verheimlichen. In La Paz ist das ganz anders gewesen… Es war zwar nicht so extrem, wie ich es mir ausgemalt habe, allerdings saßen die Schuhputzer schon häufiger auf der Straße und die meisten auch mit einer Maske vor dem Gesicht. Diese tragen sie nicht, weil es so kalt ist, sondern um ihre Persönlichkeit zu verheimlichen. In manchen Familien wissen die Familienmitglieder nicht, dass der Vater als Schuhputzer arbeitet, da diese sich so darüber schämen und es nicht vor ihren Familien zugeben können.

La Paz ist im Verhältnis zu Sucre eine riesen Stadt. Es gibt eine Unmenge an Hochhäusern, mehrspurige Straßen, große Kirchen, Plätze und die Zeit um die Stadt zu durchqueren ist eine Ewigkeit. Gefühlt gibt es kein Ende. Dies wurde mir besonders auf der Fahrt im Teleferico von La Paz nach El Alto bewusst,denn wo man auch hinschaut sieht man immer Häuser. Eine Stadt, die mitten in die Berge gebaut ist und einfach gefühlt nirgends aufhört. La Paz und El Alto sind zwei unterschiedliche Städte, die immer mehr zusammenwachsen und eigentlich doch total verschieden sind. In La Paz herrscht der Großstadtflair, El Alto ist um einiges ärmer und auch hier gibt es, wie in Sucre, eigentlich keine Hochhäuser, die Häuser sind zum Großteil unverputzt und El Alto ist total flach.

Gerade was Natur angeht, hat La Paz unglaublich viel zu bieten. Wir haben neben einem Besuch in der Valle de la Luna (Mondlandschaft) auch eine Wanderung auf ca 5000m gemacht. Die Höhe und der damit verbundene wenige Sauerstoff haben uns dabei ganz schön zu schaffen gemacht, doch die Aussicht, das Gefühl, und die wundervolle Natur waren unbezahlbar. Anschließend sind wir mit einem Reisebus durch die Yungas nach Coroico getrampt. Der Höhenunterschied lag dabei bei knapp 4000m und entsprechend warm, schwül und tropisch war das Klima. Die Yungas sind der Nebelwanld bei La Paz, durch die die alte, berühmte Todesstraße führt, welche wir aber nicht gefahren sind. So, wie ich Coroico wahrgenommen habe, stelle ich mir ein bisschen Cuba vor. Klein, gemütlich, warm, mit einer unfassbaren Aussichten – ein Mischung aus Regenwald und Cuba.

Neben unseren Ausflügen haben wir die Stadt, die Leute und die Tage und Abende mit den anderen Freiwilligen genießen können. Die Natur um La Paz und La Paz selber waren extrem beeindrucken und eine Reise wert!

Da Bilder mehr sagen als tausende Worte sind hier ein paar Eindrücke von der Natur um La Paz und La Paz selber.

LG eure Vera.

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2 Gedanken zu “Meine Geschichte über die unendliche Stadt

  1. Super dieser Blog. Ich bin eine regelmässige Leserin und freue mich für dich. Ihr seid ja eine nette Truppe! Alles Liebe und Gute zum Jahresende. Feiert schön Weihnachten zusammen! Grosses bises Dorothee

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